Die Milliarden Aromen Reaktion

Maillard-Reaktion

Die Maillard Reaktion ist der Traum für alle Aromenbegeisterte von Küche und Grill.
Sie bräunt Lebensmittel und sorgt für Röstaromen

1912 beobachtete der Chemiker L.C. Maillard eine Reaktion von D-Glucose und Glycin unter der Einwirkung von Hitze. Dabei entstand ein brauner Niederschlag. Damit war er derjenige, der dem Entstehen von Röstaromen beim Kochen einen (seinen) Namen gab.

Der Begriff „Maillard-Reaktion“ bezeichnet zahlreiche komplexe chemische Vorgänge ohne Enzymeinwirkung. Lebensmittel wie Fleisch und Backwaren werden beim Braten, Grillen und Backen gebräunt und aromatisiert. Es bilden sich Röstaromen und die sorgen für den typischen Geruch und Geschmack. Zu starkes Erhitzen von Speisen hat aber auch negative Auswirkungen.

Louis Camille Maillard                                                        Durch die Maillard-Reaktion gebräuntes
    Schweinefleisch

Spiegelei                                                                          Bei der Herstellung von Pommes  frites kann
durch die Maillard-Reaktion Acrylamid
gebildet werden.

Die Maillard-Reaktion (benannt nach dem französischen Naturwissenschaftler Louis Camille Maillard [maˈjaʁ]) ist eine nicht-enzymatische Bräunungsreaktion, die beispielsweise beim Frittieren und Braten von Lebensmitteln zu beobachten ist. Hierbei werden Aminoverbindungen (wie Aminosäuren, Peptide und Proteine) mit reduzierenden Verbindungen unter Hitzeeinwirkung zu neuen Verbindungen umgewandelt. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Karamellisieren, jedoch können beide Reaktionen gemeinsam auftreten.

Anders als typischerweise von Namensreaktionen suggeriert, handelt es sich hier nicht um eine einzelne bestimmte chemische Reaktion, sondern um eine komplexe Gesamtheit vieler sowohl nebeneinander wie auch nacheinander ablaufender Reaktionen, die zu einer Vielzahl von Reaktionsprodukten führt, von denen viele bis heute noch nicht exakt identifiziert wurden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichte
  2. Chemische Grundlagen
  3. Entstehung von Acrylamid
  4. In der Lebensmittelherstellung
  5. Beeinflussung der Maillard-Reaktion
  6. Medizinische Aspekte
  7. Praktische Anwendung und Infos
  8. Verkohlungseffekt
  9. Beispiele des Maillard-Effektes
  10. Literatur

Geschichte

1913 veröffentlichte Louis Camille Maillard ein Dokument, das die Reaktion von Aminosäuren mit Glykosiden bei erhöhten Temperaturen beschrieb. Es war jedoch der amerikanische Chemiker John E. Hodge, der am U.S. Department of Agriculture in Peoria, Illinois arbeitete und 1953 ein Dokument veröffentlichte, das den Reaktionsmechanismus der Maillard-Reaktion beschreibt.

Chemische Grundlagen

Die Maillard-Reaktion ist von Bedeutung für das Kochen und die Lebensmittelindustrie, denn die braunen, Melanoidine genannten Endprodukte sind geschmacksintensiv und für das typische Aroma und die Färbung von Geröstetem, Gebackenem und Gebratenem mit hohem Eiweißanteil verantwortlich. Die Reaktion verzögert auch den Verderb, da die Melanoide/Melanoidine wie das Pronyl-Lysin Luftsauerstoff binden. Wissenschaftler ermittelten außerdem eine schwach antibakterielle (keimhemmende) Wirkung. Die Maillard-Reaktion kann aber auch unerwünschte Geschmacksveränderungen beim Sterilisieren von beispielsweise Fleisch oder Milchprodukten hervorrufen und selbst ohne Hitzeeinwirkung bei langer Lagerung proteinhaltiger Lebensmittel auftreten. Durch die Maillard-Reaktion kann sich der Aminosäuregehalt von Lebensmitteln bis zu 20 % verringern, was man als eine Wertminderung ansehen kann.

In der mehrstufigen Reaktion wird ab etwa 140 °C zuerst unter Abspaltung von Wasser eine Aminosäure mit reduzierenden Zuckern wie Aldosen (z. B. Glucose) oder Acyloinen (z. B. Fructose) verbunden. Es entsteht eine Schiffsche Base, die sich in mehreren Schritten umlagert. Bei einer Reaktion mit Aldosen erfolgt eine Amadori-Umlagerung, bei Acyloinen eine Heyns-Umlagerung. Es entstehen aus den Amadori- und Heyns-Produkten hochreaktive Alpha-Dicarbonylverbindungen wie die als Deoxyosone bezeichneten 1-, 3-, und 4-Deoxydicarbonyle und daraus viele weitere. Teilweise entstehen cyclische Verbindungen und heterocyclische Verbindungen. Die 1-Deoxyosone können z. B. zu Norfuraneol (Karamellgeruch) oder Maltol (Röstgeruch) reagieren, während aus den 3-Deoxyosonen z. B. Furfural (aus Pentosen) oder 5-Hydroxymethylfurfural (aus Hexosen) und aus 4-Deoxyosonen z. B. Maltol oder Acetylformoin gebildet werden. Durch weitere Reaktionen mit Aminverbindungen entstehen z. B. Pyrrole und Pyridine. Auch entstehen durch einen Strecker-Abbau geruchsintensive Aldehyde wie Methional, Phenylacetaldehyd, 3- und 2-Methylbutanal und 3- und 2-Methylpropanal sowie farbige Verbindungen, die als Melanoidine bezeichnet werden. Weiterhin entstehen mit der Aminosäure Cystein schwefelhaltige cyclische Reaktionsprodukte charakteristischen Geruchs, z. B. Bis-2-methyl-3-furyldisulfid Unter den für eine Maillard-Reaktion förderlichen Bedingungen einer wasserfreien Hitze läuft parallel zur Maillard-Reaktion auch die Karamellisierung der im Gargut enthaltenen Kohlenhydrate ab. Ab 180 °C beginnen auch Verkohlungsprozesse.

Entstehung von Acrylamid

Maillard-Reaktion von Glucose und Asparagin zu Acrylamid

Beispiel einer unerwünschten Maillard-Reaktion ist die bei Temperaturen ab 170–190 °C verstärkt stattfindende Bildung von Acrylamid aus den Aminosäuren Asparagin und Glutamin (etwa in Kartoffel- und Getreideprodukten). Durch geregelte Temperaturführung unter der kritischen Temperatur kann diese Reaktion vermindert werden. Eine Reduktion der Acrylamid-Entstehung aus Kartoffeln ist auch durch die Verwendung gekochter Kartoffeln sowie dunkler und kühler (6–10 °C) Lagerung möglich.

Unerwünschte Maillard-Reaktionen führen zu zahlreichen weiteren, potentiell mutagen oder/und karzinogen wirkenden Verbindungen. Die Zusammenhänge sind teilweise noch ungeklärt.

In der Lebensmittelherstellung

Die Maillard-Reaktion beeinflusst Geschmack, Textur und Geruch vieler Lebensmittel, dazu gehören zum Beispiel:

  1. Röstprodukte wie Kaffeebohnen, Kakaobohnen, Malz oder Zwiebeln
  2. Frittierte Lebensmittel wie Pommes frites
  3. Backwaren wie Brot, Toast oder Kekse
  4. gebratene Speisen wie Steak, Spare Ribs, Goulasch

Viele Aromen werden mit Hilfe der Maillard-Reaktion industriell hergestellt (Reaktionsaromen). Aus unterschiedlichen Aminosäuren und Zuckerarten werden in Kombination von Wärmedauer sowie Erwärmungsart die verschiedensten Aromen hergestellt. So bildet die Kombination der Aminosäure Cystein mit dem Zucker Glukose bei langer Erwärmung das Aroma von Bratzwiebeln, bei kurzer Erwärmungsdauer das Aroma von Braten

Beeinflussung der Maillard-Reaktion

Einfluss auf die Maillard-Reaktion (Bildungsgeschwindigkeit, Anteil Maillard-Verbindungen im Endprodukt) haben bei der Lebensmittelherstellung eine Reihe von Faktoren. Eine Verringerung des Wasseranteils, sowie eine Erhöhung des Proteinanteils, der reduzierenden Zucker, der thermischen Energie, des pH-Wert und/oder der Zeit der Reaktion wirken dabei förderlich für die Maillard-Reaktion.

Medizinische Aspekte

Die Maillard-Reaktion spielt eine Rolle in gewissen Alterungsprozessen im menschlichen Körper und beim Diabetes mellitus.Hierbei führen oxidative Reaktionen zu Schädigungen am Körpergewebe. Im Sommer 2004 wurden auf einer Hamburger Konferenz jedoch überraschende Zwischenergebnisse einer EU-Studie (seit 1998) vorgestellt, welche auch antioxidative Wirkungen der Maillard-Produkte belegen. Eine Gruppe italienischer Wissenschaftler um Vincenzo Fogliano von der Universität Neapel entdeckte darüber hinaus, dass Melanoidine einer Entstehung von Metastasen entgegenwirken können.

Die im Labor erzeugten Maillard-Produkte blockieren bestimmte Proteine, die Lektine, die den Zusammenhalt von Krebszellen bewirken und damit die Metastasenbildung beschleunigen. Andererseits weisen Patienten mit Diabetes bzw. Nierenfunktionsstörungen einen erhöhten Melanoidinspiegel auf. Hier sind die genauen Zusammenhänge noch ungeklärt.

Praktische Anwendung und Infos

Und nochmal im Klartext.
Zuckermoleküle in Lebensmitteln reagieren bei starker Erhitzung mit Aminosäuren (Bausteine der Proteine). Es entstehen neue Molekülverbindungen und aromatische Röststoffe.

Mit der Temperatur steigt die Reaktionsgeschwindigkeit. Bei Temperaturen unter 140 Grad ist noch soviel Feuchtigkeit in den Lebensmitteln, dass die Maillard-Reaktion abgeschwächt wird. Das ist wichtig für Fleisch, das Du schmoten willst. Du solltest Fleisch also anbraten, bevor du es schmorst, um diese leckeren Aromen hervorbringen. Z.B. Goulasch. Für das Nachgaren eines Steaks oder die langsame Zubereitung großer Braten sind im Prinzip nur Temperaturen um die 70 Grad erforderlich. Nicht eine extrem hohe Grill-Temperatur führt zum perfekten Genuss, sondern die richtige. Die richtige Garmethode ist also erst anbraten, dann garen.

ABER AUFGEPASST: Dein Essen verbrennt ab 160 Grad und es wird bitter. Der sogenannte Verkohlungseffekt tritt ein und Dein Steak wird schnell schwarz. Dann entstehen sogenannte Acrylamide. Die stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Das Ergebnis der Maillard-Reaktion bei Fleisch ist also abhängig von Temperatur, Garzeit, Wassergehalt, pH-Wert sowie Art und Menge der Aminosäuren und Zuckermoleküle, die in dem Lebensmittel vorhanden sind. Für die bräunliche Färbung sind geschmacksintensive Melanoidine verantwortlich. Diese organischen Verbindungen verleihen Grillgut seine charakteristische braune Farbe.

Wie setzt Du die Maillard Methode nun für Dich am Besten ein?

Wie schmeckt ein gutes Stück Rindfleisch vom Grill am besten? Ganz klar: Mit einer krossen Kruste und einem saftigen Inneren. Aber – ohne Maillard-Reaktion kein perfektes Steak.

Der Richtwert für die optimale Temperatur im Innenraum eines Grills beträgt für das Anbraten von Steaks 260 bis 290 Grad. Heize deinen Holzkohle- oder Gasgrill also ordentlich ein. Brate das Stück Fleisch zunächst scharf an und gare es dann mit indirekter Hitze bei Temperaturen von 130 bis 150 Grad fertig.

Um die Maillard-Reaktion zu fördern gibt es verschiedene Möglichkeiten. Fördern in diesem Kontext bedeutet schneller eine braune Kruste zu erzeugen und einen intensiveren Röstgeschmack zu erreichen.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die wir hier für Sie zusammengefasst haben:

Beispiele zur Anwendung:

Methode                         Wie?
Zucker hinzufügen           (Trauben)Zuckerlösung auf Bratgut streichen
Eiklar hinzufügen Kekse und Brötchen vor dem Backen mit Eiklar bestreichen
Wasser entziehen            Salz einige Zeit vor dem Braten auf das Bratgut geben
Proteine hinzufügen       Fleisch in Ei oder Milch einlegen
Hitze erhöhen                  Pfanne heißer werden lassen, Kohlen heißer machen
Trockene Hitze Senkung des Wasseranteils in der Brotkruste
pH-Wert erhöhen Laugengebäck durch Lauge bei der Herstellung

Verkohlungeffekt
Lass dich nicht verkohlen.
Bei der Maillard-Reaktion entstehen Acrylamide bereits ab 120 Grad. Je höher die Temperatur, desto höher die Bildung dieser chemischen Verbindungen. Sie gelten als gesundheitsschädlich, aber lt. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum: „Die Beobachtung großer Bevölkerungsgruppen konnte bislang nicht sicher belegen, dass zwischen der Aufnahme von Acrylamid über Lebensmittel und der Krebsentstehung beim Menschen ein Zusammenhang besteht“. Die Europäische Behörde für Lebensmittel stuft Acrylamid als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ ein.

Du musst Fleisch also nicht stark erhitzen. Gar wird es auch bei niedrigen Temperaturen, es dauert nur etwas länger. Je schonender der Garvorgang, desto geringer das Risiko, dass gefährliche Stoffe entstehen. Die Kerntemperatur kannst du mit einem Grillthermometer checken.

Temperaturen über 300 Grad empfehle ich nur zum Ausbrennen deines Grills. Entscheide selbst, ob du scharf angrillen willst oder lieber schonend garst.
TIPP: Verkohlte Stellen solltest du besser abschneiden!

Beispiele der Maillard Reaktion
Die Maillard-Reaktion ist eine der wichtigsten Reaktionen beim Kochen. Wir listen hier beispielhaft einige Lebensmittel und Speisen auf, die ohne die Maillard-Reaktion wesentlich weniger gut schmecken würden.

Typische Aromenkombi mit Maillard Effekt – Burgerbuns – Steak – Fritten

Steak

Ein gutes Steak hat zwei Komponenten: eine schöne, krosse, dunkle Kruste und ein weiches, saftiges Inneres. Für die Kruste ist die Maillard-Reaktion verantwortlich. Ohne diese würde das Steak wesentlich langweiliger schmecken. Selbstverständlich gilt das für alle anderen angebratenen oder hocherhitzten Fleischteile auch.

Kaffee

Rohe Kaffeebohnen                                               Geröstete Kaffeebohnen

Die Maillard-Reaktion ist für die süßlichen und malzigen Aromen verantwortlich, die im Kaffee stecken. Sie entstehen, wenn die Bohne geröstet wird.

Bier und Spirituosen

Getreide nach dem Rösten (z.B. Gerste)

Vor allem beim Abdarren des Malzes spielt die Maillard-Reaktion eine Rolle: Sie ist beispielsweise bei dunklen Bieren und dunklen Spirituosen dafür verantwortlich, dass diese karamellartig schmecken.

Brotkruste

Brötchen                                                              Brot

Die Kruste eines Brotes entsteht ebenfalls durch die Maillard-Reaktion. Eine wichtige Rolle spielt auch der Glutengehalt des Mehls: je höher, desto dunkler wird die Brotkruste in der Regel. Auch wenn Toast geröstet wird, findet die Maillard-Reaktion statt.

Schokolade

Rohe Kakaobohnen (Kakaofrucht)                             Getrocknete und geröstete Kakaobohnen

Genau wie bei Kaffeebohnen müssen auch Kakaobohnen vor der Weiterverarbeitung geröstet werden. Hier sorgt die Maillard-Reaktion für den typischen Schokoladengeschmack.

Literatur

  1. M. Angrick, D. Rewicki: Die Maillard-Reaktion. In: Chemie in unserer Zeit, 14. Jahrg. 1980, Nr. 5, S. 149–157, doi:10.1002/ciuz.19800140503.
  2. Franz Ledl, Erwin Schleicher: Die Maillard-Reaktion in Lebensmitteln und im menschlichen Körper – neue Ergebnisse zu Chemie, Biochemie und Medizin. In: Angewandte Chemie. Band 102, Nr. 6, 1990, S. 597–626, doi:10.1002/ange.19901020604.
  3. Monika Pischetsrieder: Die Maillard-Reaktion von Disacchariden und Polysacchariden und Reaktionen von Glucose in konzentrierten Lösungen. München 1994.
  4. Bernd Schäfer: Naturstoffe in der chemischen Industrie, Spektrum Akademischer

Gertrud Olbrich: Über die Verwendung von bitterstoffhaltigen Heilpflanzen als Fiebermittel in der Medizin der Kräuterbücher des 15.-17. Jahrhunderts und in der Volksmedizin, Leipzig 1948, DNB 481736859 (Dissertation Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, 8. Juli 1948, 66 Seiten).


Quellennachweise

Mit freundlicher Unterstützung bei der Recherche unter anderen:

© Wikipedia / wikipedia.de – https://de.wikipedia.org/
© Tobias Rautenberg / dasgewürzlexikon.de  –  https://www.dasgewuerzlexikon.de/
© Frank Massholder / foodlexicon.org – https://www.lebensmittellexikon.de/
© Gernot Katzer – http://gernot-katzers-spice-pages.com/
© Wiberg.eu – https://www.wiberg.eu/gewuerzlexikon/
© Lebensmittellexikon – https://www.lebensmittellexikon.de/
© Fuchs GmbH & Co KG / fuchs.de – https://www.fuchs.de/anis
© Essenundtrinken.de –https://www.essenundtrinken.de
© Chefkoch.de – www.chefkoch.de
© Cookidoo – www.cookidoo.de
© Thermomix – www.thermomix.de

Anis – Pimpinella anisum

Von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé – www.biolib.deOriginal book source: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8811

Name

Anis: [aˈniːs];  Pimpinella anisum L.

Pflanzenfamilie 

KategorieName
Reich:Pflanzen (Flora)
Abteilung:
Unterabteilung:
Klasse:
Überordnung:Euasteriden II
Ordnung:Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie:Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie:Apioideae
Gattung:Bibernellen (Pimpinella)
Art:Anis

weitere häufige deutsche Namen

Anais, Süßer Kümmel, Brotsamen, Taubenanis, Römischer Fenchel, Anissamen

Synonyme

für Pimpinella anisum L. sind: Anisum vulgare Gaertner, Apium anisum (L.) Crantz, Carum anisum (L.) Baillon, Selinum anisum (L.) E.H.L.Krause, Sison anisum (L.) Sprengel, Tragium anisum (L.) Link.

Namen der Pflanzen in anderen Sprachen

Englisch: Aniseed
Französisch: Anise vert, boucage
Italienisch: AniceNiederländisch: Anijs
Norwegisch: Anis
Schwedisch: Anis
Spanisch: Anis
Portugiesisch: Erva doce
Russisch: Anis
Arabisch: Yanisum, yansoun
Chinesisch: Huei-Hsiang

Informationen

Aussehen

Kraut
Wurzel : spindelförmig, fleischig, bis 60 cm lang.
Stengel : längs gerillt, aufrecht.
Blätter : die Blätter sind ungeteilt, die Ränder gesägt.
Höhe : 30 – 75 cm.
Blüte : an den Spitzen der 5 cm großen Dolden stehen kleine weiße Blüten.
daraus entwickeln sich die Doppelspaltfrüchte
Blütezeit : Juli/August.
Früchte : sind bräunliche, hellgrüne (getrocknet graubraune) gerippte Samenkörner, 3 – 6 mm. lang, 2 mm breit und sichelförmig; nur in sehr heißen oder langen Sommern reifen die Samen in Mitteleuropa.

Botanische Bezeichnung

Die Erstveröffentlichung von Pimpinella anisum erfolgte durch Carl von Linné. Die Gattung Pimpinella gehört zur Unterfamilie der Apioideae innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Bedeutung

Der Name Anis (mittelhochdeutsch anīs) geht über lateinisch anisum auf das griechische Wort ānison, vielleicht auch ἄνηθον (anēthon), als möglicherweise mit griechisch anemos, „Duft“, verwandte, Bezeichnung der über Ägypten (vgl. arabisch anīsūn) aus dem Orient nach Griechenland gelangten Pflanze (Anis, ursprünglich vielleicht auch Dill, das
ist Anethum graveolens, und andere duftende Doldenblütler) bzw. deren Samen zurück.

Verwendungsformen – essbarer Anteil

Die Samenkörner, ganz oder gemahlen.
Gemahlener Anis verliert schnell seine Würzkraft; es ist zu empfehlen, ganze Samen zu kaufen und bei Bedarf zu mahlen. Auch die Blüten sind eßbar, die Stengel und die Wurzeln können als Würze in Suppen mitgekocht werden.

Verwandte Arten

Fenchel, Kümmel, Koriander, Dill

Verbreitung / Herkunft

Mittelmeerraum; der Beste kommt aus Apulien (Italien); aber aber auch aus Spanien, Frankreich, Türkei, den südlichen russischen Ländern, Indien und Mexiko, Südmerika ; in geringen Mengen auch in Deutschland.

Geschichte / Historie

Anis (Pimpinella anisum) wird seit langem sowohl in der Küche als auch in der Duftindustrie verwendet. Kulinarischen gesehen, bei der Duftherstellung und in der Naturheilkunde hat Anis eine lange Geschichte.
Die ersten Belege für die vielfältige Verwendung gehen bis ins Altertum (3500 v.Chr.) zurück.
Es gibt bereits Nachweise aus dem alten Ägypten. In einem Pharaonengrab wurden bei Ausgrabungen Aufzeichnungen einer altägyptischen Rezeptsammlung gefunden. Die Ägypter verwandten die Blätter und den Samen.
Das sogenannte Papyrus Ebers stammt aus der Zeit von ca 1500 v.Chr.

Bei Ausgrabungen auf der griechischen Kykladeninsel Santorin wurden zudem Anisreste gefunden, sie ergaben, dass bereits im 16. Jahrhundert v. Chr. die Verwendung von Anis üblich war. Im alten Kreta war Anis, neben Koriander (Coriandrum), Wacholder (Juniperus) , Dost = Oregano (Origanum vulgare), im Gebrauch zum Würzen von Wein.

Im 7.Jhd. v. Chr. betrieben Athen und Korinth einen lebhaften Handel mit Duftölen, in denen auch der Anisduft eine Rolle spielte. Pythagoras von Samos pries um 550 v. Chr. mit Anis gewürztes Brot als köstliche Delikatesse. Beide, Pythagoras  (579 – 480 v. Chr.) und Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) empfahlen es auch als Heil- und Schönheitsmittel.

Im antiken Rom war das aromatische Gewürz in feinem Backwerk eine begehrte Zutat. Kuchen, die bei festlichen Anlässen kredenzt wurden, waren traditionell mit Anis gewürzt. Sogar im römischen Kolosseum wurde dem Anis-Genuss gefrönt – er diente den Zusehern von Gladiatorenkämpfen als erfrischende Knabberei für zwischendurch.

Bei den Römern hielt der Anis Einzug in die Feinbäckereien. Kuchen (mustaceum) wurden die bei hohen Festlichkeiten gereicht, sie waren mit Anis-Früchten gewürzt.

Schriftliche Erwähnung fand der Anis schon bei Dioskurides (1 Jhd.) – zur Zeit der Kaiser Claudius und Nero, Militärarzt. Bekannt für das fünf Bände umfassende klassische Hauptwerk der Arzneimittellehre, die „De materia medica„. Der griechische Orginaltitel lautet „’Περι υλης ιατρικης’,“. Was Dioskurides schrieb, war bis in das 18. Jahrhundert hinein prägende Lehrmeinung. Liest man den Absatz über Anis, den Dr. Johann Georgs Krünitz um 1800 in seiner „Ökonomischen Enzyklopädie“ verfasst hat und vergleicht ihn mit dem, der von Dioskurides rund 1700 Jahre zuvor geschrieben wurde, könnte man auf die Idee kommen, Krünitz habe bei Dioskurides abgeschrieben

Cap. 58 (65). Anis. Das Anison (Einige nennen es auch Sion, die Römer Anisum) hat im Ganzen eine erwärmende, austrockende, das Atmen erleichternde, schmerzstilende, vertheilende, harntreibende, die Säfte verdünnende und, bei Wassersucht getrunken, durststillende Kraft. Es ist auch ein gutes Mittel gegen den Biss giftiger Thiere und gegen Blähungen. Es stellt den Durchfall und weißen Fluß, befördert die Milchabsonderung und reizt zum Beischlaf. Der durch die Nase aufgesogene Rauch des angezündeten Anison lindert Kopfschmerzen, fein gerieben und mit Rosenöl eingetröpfelt heilt es Reissen in den Ohren. Das beste aber ist das frische, volle, nicht krümlige, stark duftende. Vorzuziehen ist das kretische, dann kommt das ägyptische.

Vergil (Publius Vergilius Maro) – römischer Dichter – (70 v.Chr. bis † 19 v.Chr.) berichtet z.B. von Aniskeksen und Hochzeitskuchen mit Anis Früchten.

Kekse aus Anis waren scheinbar zudem eine beliebte Knabberei, sozusagen das Popcorn der Antike: Bei Ausgrabungen im römischen Kolosseum entdeckten Archäologen Überreste von Anisgebäck, das wohl den Zuschauern der Gladiatorenkämpfe unter die Sitze gerutscht war.

Die Bibel erwähnt Anis im Matthäus-Evangelium (Matth. 23,23).

Plinius (Gaius Plinius Secundus Maior) der Ältere – römischer Gelehrter (23/24 bis 79 n.Chr) bekannt durch seine Naturalis historia – einem 37 Bände umfassendes Werk zur Naturkunde -schrieb: daß Anis nicht nur den Atem verbessere, sondern:

Auch der Anis (anesum) wird mit Wein gegen die Skorpione getrunken; er wurde, teils roh, teils abgekocht, wie nur wenige Pflanzen von Pythagoras gelobt … In Säckchen abgefüllt, verbessert er mit bitteren Mandeln den Wein … Er verleiht ein jüngeres Aussehen. Die Schlaflosigkeit beseitigt er, wenn man ihn so über dem Kissen aufhängt, daß man seinen Geruch im Schlafe einatmet. Er macht Appetit, da ja nun die Genußsucht auch dies unter ihre Kunstgriffe aufgenommen hat, seitdem die Arbeit aufgehört hat die Eßlust zu wecken … Man glaubt auch daß es für den Bauch und die Eingeweide nicht besseres gebe … [Frauen] die daran riechen, sollen auch leichter gebären… (Plinius XX, 185-195).

Nach Mitteleuropa gelangte das Gewürz im 8. Jahrhundert n. Chr. mit den Mönchen des Benediktiner-Ordens. Zu besonderer Blüte kam Anis dann im Mittelalter, da ihm allerlei magische Wirkungen zugeschrieben wurden. Außerdem sollte er als Aphrodisiakum wieder Schwung in alltagsgeschwächte Liebesbeziehungen bringen.
Erste Erwähnung findet die Pflanze dann in der „Capitulare de villis“ von Karl dem Grossen (768-814). Dort wird in § 70 der Anbau von Anis in den Klostergärten angeordnet

Im 14. Jhdt. erhob King Edward I. auf den Handel eine Steuer, um die Reparatur der London Bridge bezahlen zu können.

Dann geht es munter weiter, fast jeder, der damals auf dem Gebiet Bedeutung genoss, hatte etwas zu dem Thema zu schreiben. Auch in Paracelsus „Sämtlichen Werken“ wird der Anis erwähnt

In der „Causae et Curae„, verfasst von der  heiligen Hildegard von Bingen, ist Anis als „erweichendes Mittel“ beschrieben.

Sehr gelobt wird er im Jahre 1565 im „Kräuterbuch“ des von Hieronymus Bock, der ihn gegen Hydrops (Wassersucht), Blähungen, Magenbeschwerden, Singultus (Schluckauf), Fluor albus (Weissfluss), als schmerzstillendes und verdauungsförderndes Mittel, sowie äußerlich als Augenpflaster, gegen Kopf- und Ohrenschmerzen empfiehlt.

In Matthiolus „New-Kräuterbuch“ von 1626 wirkt der Anis außerdem stopfend, durstlöschend, gegen Lungenverschleimung und schlechten Atem: „in summa, er öffnet, wärmet und stärket alle innerlichen Glieder.

Weinmann führt in seiner „Phytanthoza iconographia“ aus dem Jahre 1737 auch noch den Gebrauch von Anis als geburtserleichterndes Mittel an.

Haller fügt im Jahre 1755 im „Medicin, Lexicon“ als Einsatzgebiete für Anis noch den Bronchialkatharr und die Engbrüstigkeit hinzu.

Von Christoph Wilhelm Hufeland (1762−1836) wurde Anis als schleimlösendes, milchtreibendes und magenanregendes Mittel verwandt.

Das damalige Basiswerk der englische Medizin „Medicinal Plant“ verfasst von Bentley und Trimen im Jahre 1880, empfiehlt Anis bei Flatulenz (Blähungen), Koliken und zur Linderung der Beschwerden nach Einnahme von Abführmittel.

Es sei noch erwähnt: Die Autoren des Mittelalters, und auch die des 17. und 18. Jahrhunderts, orientierten sich in ihren Werken häufig an den Großen der Antike, wie etwa Dioskurides, Pythagoras, Hippokrates und Plinius.

Anmerkungen:

Galt im Mittelater als potenzfördernd: „Enyß in Speis bringet Begierde zu ehelichen Werken“.

Beschreibung

Anbau

Anis ist eine lichtliebende Pflanze, die reiche Böden bevorzugt. Während der Wachstumsperiode muss der Boden gleichmäßig feucht bleiben. In der Erntezeit wirken sich wechselnde trockene und feuchte Perioden negativ auf die Erntequalität aus. Die Dolden reifen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander, und auch innerhalb einer Dolde reifen die Samen nur uneinheitlich. Die Temperatur bestimmt die Dauer der Vegetationsperiode. Anis wird im August/September geerntet, wenn die Stängel gelb werden. Früher wurde dabei das Kraut mit der Sense abgemäht und die Früchte ausgedroschen.

Im Mittelalter wurde die Pflanze auch nördlich der Alpen angebaut, obwohl hier das Wetter nicht verlässlich genug war, um die Früchte in jedem Sommer ausreifen zu lassen. Anbaugebiete waren zu dieser Zeit beispielsweise die Gegend um Erfurt, Magdeburg, Bad Langensalza, Mühlhausen, wo es auch Anisölbrenner gab, die das ätherische Öl durch Wasserdampf extrahierten.

Vermehrung

Ende März bis Anfang Mai wird gesät und mit knapp 1 cm Erde bedeckt; A. keimt in 3 bis 4 Wochen und braucht bis zur vollen Entwicklung etwa 4 Monate.
Dann müssen die Pflänzchen auf 10 cm Abstand verdünnt werden, obwohl sie die Umpflanzung schlecht vertragen. Es ist besser, im zeitigen Frühjahr die Samen im Haus in Töpfe zu säen und sie nach den Eisheiligen in den Garten zu pflanzen.
Ungeübte sollten die junge Pflanzen beim Gärtner kaufen.

Lebensdauer der Pflanze.

Staude, einjährig

Im Garten

benötigt sehr viel Sonne auf nährstoffreichem, kalkhaltigem Boden.

Im Haus

läßt sich grundsätzlich auch im Haus ziehen, benötigt wegen seiner langen Pfahlwurzel einen tiefen Topf.

Pflege

jäten, hacken, häufig wässern.

Ernte

Die Dolden werden im Frühherbst, wenn sie die Farbe wechseln, abgeschnitten und zum Abtrocknen so gelegt, daß die abfallenden Samen aufgefangen werden.

Professionell werden die geernteten Garben gedroschen.

Die nicht zur Saat vorgesehenen Körner werden lauwarm gewaschen und getrocknet; danach reibt man sie zwischen den Fingern, um die Samenhüllen abzustreifen

Nahrungsbeziehungen

Krankheiten

Einkauf

Da Anis sehr preiswert zu kaufen ist, ist die Mühe des Anbaus in unseren Breiten unökonomisch.
Erhaltbar als ganzer Samen oder gemahlen.

Aufbewahrung – Lagerung

Die Samen werden getrocknet in einem luftdicht schließendem, dunklem Gefäß aufbewahrt.
Wenn sich die Samen dunkel färben sind sie unbrauchbar.

Wirkstoffe

2- 3% ätherische Öle, davon 80 – 90% Anethol, außerdem Isoanethol, Anisaldehyd, Calcium, Eisen und Magnesium.
1 g enthält 3,4 Kalorien.

Anwendung

Varianten

verschiedene Sorten

Gesundheit / Heilkunde

Gestoßener Samen und auch Tee wirkt krampf- und schleimlösend. Geröstete Körner kaut man, um Mundgeruch zu beseitigen und um einen Schluckauf zu beenden.

Anis fördet die Produktion von Gallenflüssigkeit. Somit bei fetthaltigen Speisen verdauungsfördernd, mildert Blähungen, hilft bei Koliken. Bei Husten reizstillend und schleimlösend. Regt Herz und Atmungsorgane an und wirkt beruhigend auf die Nerven. Anis fördert die Milchproduktion bei jungen Müttern. Anisöl vertreibt Läuse und Kratzmilben. Die ätherischen Öle lösen bei den Parasiten eine Muskellähmung aus. Dies bewirkt den schnellen Tod der Tiere. 

Äußerlich: Anisöl ist Bestandteil von Mundwasser, Zahnpasta; in heißem Wasser Dampfbad bei Erkältungen.

Krankheiten

Rechtliche Situation (Deutschland)

Gebrauch

Aus den Stengeln und Blättern wird Öl gewonnen, das meist zu medizinischen Zwecken verwendet wird.
Anis findet man in vielen alkoholischen Getränken – Raki, Anisette, Pernod u. a.
Ratten und Mäuse werden von Anis angezogen; deshalb sollte man in eine Mause- oder Rattenfalle ein Aniskorn legen.

In der Küche

Weihnachtsgebäck, Brot, Kuchen, Obstsalate, Apfel- und Birnenkompott, Pflaumenmus, Milch- und Griesspeisen, Lebkuchen, Honigkuchen, Rotkohl, Möhren

Küchentipps und Verarbeitung

Anissamen sollten kurz vor der Verwendung im Mörser o.ä. zerkleinert werden, dann bleibt das volle Aroma erhalten. Sehr aromatisch – sparsam verwenden.

Auswirkung auf Speisen und Geschmack / Aroma

Fenchelähnlich, süßlich aromatisch. Würzig und frisch. Teilweise in Getränken lakritzartig

Spice pairing / Gewürz pairing mit Gewürzen
– Zusammenspiel mit anderen Gewürzen

Gewürznelke, Kardamom, Muskatnuss, Sternanis, Thymian, Zimt, Zucker, Basilikum, Estragon, Kerbel, Piment, Zitronengras

Food pairing / Gewürz pairing mit Gerichten
– Passend zu Gerichten

Brot, Gebäck, Kuchen, Gemüse, Rotkohl, Möhren – – vorsichtig bei hellem Fleisch, Fisch, Zitrone


Drink pairing / Gewürz pairing mit Getränken
– Passend zu Getränken

Liköre – Pastis, Anisette, Ouzo, Arrak, Pernod, Ricard, Sambucco
Glühwein, Punsch, Bowle, Chardonay


Gewürz completing – passende Rezepte
– (ausgesuchte- zu dem Gewürz passend)

Anis-makronen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anisplätzchen

Apfel-Anis-Salat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Aniszucker

Salz-Huhn mit Anis – Teil 1 . . . . Poulardenbrust / Anis-Sauce – Teil 1
Salz-Huhn mit Anis – Teil 2 . . . . Poulardenbrust / Anis-Sauce – Teil 2


Gewürz- oder Bratapfel mit Anis

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Anis – Pimpinella Anisum – gibt es hier

Links und Literaturangaben auf dieser Seite – unbezahlte, unbeauftragte Werbung
Link zu Keri Gewürze – unbezahlte Werbung

Gebrauchsanleitung Gewürzlexikon

Einführung

Anleitung zum Gebrauch des Gewürzlexikons.
Alle Artikel sind gleich geordnet, so dass Du alles immer an der gleichen Stelle wiederfindest. So findest Du an erster Stelle immer den Namen. Es sind immer alle Angaben vorhanden, die recherchiert werden konnten. Sollte etwas fehlerhaft sein, bitte ich um Korrektur und Rückmeldung.
Sollten Dinge nicht benannt sein können sie jederzeit nach Kenntnisstand hinzugefügt werden. Wenn Dir etwas bekannt ist, was mir nicht bekannt ist bitte ich um Meldung und Korrektur. Dies werde ich dann in den jeweiligen Artikel einfließen lassen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben.

Aufbau der einzelnen Seiten

Name
Deutscher Name, [Aussprache];  lateinischer Name


ZEICHNUNG – FOTO


Pflanzenfamilie
Übergeordneter Name:   Euasteriden II
Ordnung:                            Doldenblüterartige (Apiales)
Familie:                              Doldenblüter (Apiales)
Unterfamilie:                     Apioideae
Gattung:                             Bibernellen (Pimpinella)
Art:                                      Anis

weitere häufige deutsche Namen
tatsächlich gibt es für manche Kräuter – oft landschaftlich begrenzt – bis zu hundert und mehr Namen; Quelle z.B. das „Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen“, H.Marzell, Parkland Verlag, Stuttgart

Synonyme
z.B. für Pimpinella anisum L. sind: Anisum vulgare Gaertner, Apium anisum (L.) Crantz, Carum anisum (L.) Baillon, Selinum anisum (L.) E.H.L.Krause, Sison anisum (L.) Sprengel, Tragium anisum (L.) Link.

Namen der Pflanzen in anderen Sprachen

Informationen

Aussehen – Botanische Beschreibung
Kraut
Wurzel : .
Stengel :.
Blätter : .
Höhe :
Blüte :
Blütezeit : .
Früchte :
Samen:

Botanische Bezeichnung

Bedeutung des Namens

Verwendungsformen – essbarer Anteil
Wurzel – Zwiebel – Stängel – Rinde – Blätter – Frucht – Samen
Ist über ein Detail keine Information zu geben, ist die entsprechende Angabe weggelassen.

Verwandte Arten
z.b. Zwiebelgewächse

Verbreitung / Herkunft
Herkunftsland und wesentliche Verbreitung

Geschichte / Historie

Anmerkungen, Hintergründe (wer, wie, was, wieso, weshalb, warum)
Anmerkungen:
Herkunft und Hinweise auf Mythen, Geschichten, Kuriositäten und literarische Hinweise

Beschreibung

Anbau
Wo und wie die Pflanze angebaut wird

Vermehrung:
Auf welche Weise und wann gesät oder gepflanzt wird.

Lebensdauer der Pflanze
Einjährig, nicht Winterhart – Mehrjährig, Winterhart,

Im Garten
Wo, wann und wie die Pflanze am besten wächst

Im Haus
Kann die Pflanze im Haus gezogen werden (Topfpflanze)

Pflege:
Notwendige Pflegearbeiten – z.B. jäten

Ernte
Wann, was und wie geerntet wird

Einkauf
Wo und was von der Pflanze eingekauft werden kann

Aufbewahrung – Lagerung
Konservierung und Aufbewahrung

Wirkstoffe
Wesentliche pharmakologische Angaben

Anwendung

Varianten
verschiedene Sorten

Gesundheit / Heilkunde
Praktischer Ratgeber Gesundheit. Die gesundheitlichen Angaben, in welcher Art die Gewürze gegen Krankheiten, Gebrechen bzw. zur gesundheitlichen Förderung eingesetzt werden, sind mit Vorsicht und Zurückhaltung gegeben und entsprechen den allgemeinen Annahmen. Eine Haftung wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Heil- oder Arzneipflanzen sind nicht Hautgegenstand dieser Seiten. Diese Angaben sind nur nebensächlich, jedoch für die Pflanze selber typisch. Hauptgegenstand dieser Seiten ist die Pflanze als Küchengewürz.Für den Gebrauch der Pflanze als Heil- oder Arzneimittel sollten unbedingt Fachliteratur hinzugezogen, sowie vor der Anwendung als Heilmittel und Arznei ein Arzt oder Apotheker gefragt werden.

Gebrauch
Was gewinnt man aus der Pflanze

In der Küche: 

Was mit dem Gewürz gemacht werden kann – Stichworte

Küchentipps und Verarbeitung
Verarbeitung der Pflanze und Besonderheiten, die zu beachten sind

Auswirkung auf Speisen und Geschmack / Aroma
Beschreibung des Geschmacks

Spice pairing / Gewürz pairing mit Gewürzen
Zusammenspiel mit anderen Gewürzen
Welche andern Gewürze passen zum beschriebenen Gewürz

Food spice pairing / Gewürz pairing mit Gerichten
Passend zu Gerichten
Welche Speisen, Lebensmittel passen zum Gewürz

Drink spice pairing oder Gewürz pairing mit Getränken
Passend zu Getränken
Welche Getränke passen zum Gewürz

Gewürz completing – passende Rezepte
(ausgesuchte- zu dem Gewürz passend)
Bei diesen Rezepten kommt das Gewürz voll zur Geltung

Abkürzungen und Masseinheiten

Wir wollen ja nicht vermessen sein – oder doch ? Ja, lasst uns miteinander messen.
Lasst uns das Geheimnis von ml und g lüften. Damit wir in der Küche das richtige Maß finden und die kryptischen, unleserlichen Rezepte entschlüsseln.

Hier findest Du alles über Maßeinheiten,Mengenangaben und Begriffe, die dazugehörigen Abkürzungen und deren Bedeutung fürs Kochen.

Englische Messangaben kommen in allen internationalen Rezepten zum Tragen. 1 Cup oder 1 Teaspoon ist festgelegt. Die Maße haben im Englischen (England, USA) kein bestimmtes Gewicht, sondern ein bestimmtes Volumen. In der Regel handelt es sich um sogenannte „leveled“ Maße. Dies entspricht dem im Deutschen bekannten „gestrichen“ voll.
„Non leveled“ cups oder spoons, also gehäufte Maße, bzw. nach Belieben, werden in der Regel gesondert angegeben – das liest sich dann so z.B. 1 1/8 Tsp = 1 Tsp + 1/8 Tsp
Hierzu gibt es im einschlägigen Fachhandel entsprechende Messgarnituren in unterschiedlichen Qualitäten und Preisniveaus.

Auf, lasst uns die Rätsel lösen.

BezeichnungAbkürzungMengenangabeBedeutung
BecherBeca. 200 ml
Bundbn, Bd
BeutelBtl
Caloriecal
Can (Dose)  cn, Dose800 mlEngland, USA
CircacaUngefähre Angabe
Cup (Tasse)cEngland, USA
Centilitercl10 ml
DekagrammdagÖsterreich
Dezigrammdg0,1 kg
Deziliterdl0,1 l
Dose (Can)Dos, cn
 Ei kleinSunter 53 g
Ei mittelM53 bis 63 g
Ei großL63 bis 73 g
 Ei sehr großXLüber 73 g
EiweissE
Esslöffel gestr.ELsca. 3 TL gestr.gestrichen
Esslöffel geh. ELhca 3 TL geh.gehäuft
FettF
FlascheFl
Fluid OunceflEngland, USA
Gallongaca. 4 l
gehäuftgeh.über den Rand hoch angehäuft
gestrichengestr.mit dem Rand des Löffels abschließend, abgestrichen
Grammg1000 g = 1 Kg
1g = 1000 mg
großgr
JahrJ
KaffeelöffelKLÖsterreich
Karton, Cartonct, Kart.
Kilogrammkg1 kg = 1000 g
1000 kg = 1 t
KilojouleKj
KilocalorieKcal
kleinkl
KnolleKnSellerie, Knoblauch
KohlehydrateKh
Kubikzentimeter ccm
Literl
Lot15 g
Mass2 l
MessbecherMb
MesserspitzeMsp1/4 TL
Milligrammmg1000 mg = 1 g
Milliliterml1000 ml = 1 l
Minutemin60 min = 1 Std
1 min = 60 sek
Mittelgroßmi
MonatMon12 Mon = 1 JDie Tage variieren von
Monat zu Monat
Nach BeliebennB
Ounceoz
Päckchenpk
PackungPkg
PfundPf500g
2 Pf = 1 kg
deutsch
Pfund engPf.435 gEngland, USA
Pint (Krug)ptca. 1/2 lEngland, USA
PrisePr
pro PersonpP
Quartqtca. 1 lEngland, USA
Scheibe (Slice)            sl
Sekunde                       sec60 sec = 1 min
Slice                              slEngland, USA
Stange                           Stg
StückSt, Stk
Stunde                          Std, h1 h = 60 min
24 h = 1 T
h = hour (englisch)
Spritzer, Schuss Sp, Spr3-5 Tropfen
TagT
TasseTas
TablespoonTb, SpEngland, USA
Teelöffel gestr.TL gestr.gestrichen
Teelöffel geh.TL geh.gehäuft
TiefkühlkostTK
Tonnet1 t = 1000 kg
TropfenTr
ungefähr~
WeinglasWGca. 0,2 l
WürfelWf
ZeheZKnoblauch
Zentigrammcg
Zentiliter                       cl
BezeichnungAbkürzungMengenangabeBedeutung

Was sind Gewürze

In der Kochkunst unterscheiden wir zwischen den Gewürzen und den Kräutern.

Gewürze sind alle frischen oder getrockneten Teile einer Pflanze außer den Blättern.
Kräuter sind die frischen oder getrockneten Blätter einer Pflanze.

Jeder andere Teil der Pflanze wird als Gewürz betrachtet.
Also getrocknete Rinde, Wurzeln, Beeren, Samen, Zweige oder alles was NICHT der grüne Blattteil ist.
Diese nimmst du zum Würzen oder Würzen eines Rezeptes.

Indien ist weltweit der größte Produzent, Exporteur und auch Verbraucher von Gewürzen.
Es ist auch Sitz des  Instituts für Gewürzforschung, das sich der Untersuchung von Gewürzen widmet.

Beispiele für Gewürze:

• Zimt ist die Rinde eines Baumes.
* Kardamom ist eine Samenschale.
• Piment ist eine getrocknete Beere.
* Nelken sind getrocknete Blütenknospen.

Beachte auch, dass Gewürze in in der Regel in getrockneter Form verwendet werden.
Kräuter werden entweder frisch oder getrocknet verwendet.

Tipps zum Kochen mit Gewürzen

Beim Kochen mit Gewürzen sollten verschiedene Dinge beachtet werden.
1      Gewürze verlieren mit der Zeit ihren Geschmack .
2      Gewürze verderben und verrotten nicht (außer sie liegen zu lange auf dem Kompost)
3      Gewürze verlieren sehr schnell ihren Geschmack, wenn sie gemahlen werden

Verarbeitung

Deine Gewürze solltest du nur unmittelbar vor der Verwendung mahlen. Das kennst du z.B. von Pfeffer. Dazu kannst du einen Mörser mit Stößel, eine elektrische Messermühle / Kaffemühle oder z.B. eine Küchenmaschine wie „Thermomix“ (unbezahlte Werbung) verwenden.
Ich empfehle bei Verwendung einer Kaffeemühle, hier eine extra Mühle anzuschaffen. Oder magst Du gerne Würzkaffee?

MHD bei Gewürzen

Du fügst Gewürze ganz genau oder „frisch“ nach Geschmack zu deinen Rezepten.

Gewürze solltest Du in einer absehbaren Zeit verwenden. Kannst Du keine Gewürze selber mahlen oder  ist es Dir zu aufwendig? Dann versuche das Frischeste zu ergattern, was möglich ist. Pi mal Daumen sind gemahlene Gewürze bis zu 3 Jahre haltbar. Trockene, ganze Gewürze bis zu 4 Jahre lang.

Lagerung

Gewürze halten sich bei Dir länger, wenn Du sie an einem kühlen und trockenen Ort lagerst.
Neben dem Herd verkürzt sich die Lebensdauer drastisch.

Alle Gewürze lieben einen undurchsichtigen Behälter, eine dunkle Vorratskammer oder einen geschlossenen Gewürzschrank. Und sie danken es mit länger anhaltendem Geschmack.

Nährwert

Um Gerichte zu würzen, verwende Gewürze in kleinen Mengen. Du willst davon ja nicht satt werden.
Das heißt jetzt jedoch nicht, dass sie keinen großen Einfluss auf Deine Ernährung haben.
Gewürze fügen Deinem Speiseplan notwendige Vitamine und Mineralstoffe hinzu. Und machen Dich mit ihren Aromen rundum glücklich.

Gewürze in der Geschichte

Der Großteil der weltweiten Gewürze stammt aus Südostasien. Eigentlich spricht man von 8 Zeitabschnitten der Gewürzgeschichte. Die beiden wichtigsten für uns sind:
Zuerst die Seidenstraße die Verbindung Europas nach China und Zentralasien.
Dann die Schiffs- und Handelsrouten ab dem Mittelalter.

Quellenangabe u.a.:
R.Schröder, Kaffee-Tee-und-Kardamom, 1991 Ulmer Verlag
Wikipedia