Hahnenfußgewächse – Ranunculaceae

Von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé – Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, www.biolib.de, Permission granted to use under GFDL by Kurt Stueber, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8570
Beispiel: Wiesenrauten-Muschelblümchen (Isopyrum thalictroides), Illustration
Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)   Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse
Wissenschaftlicher Name
Ranunculaceae
Juss.

Die Hahnenfußgewächse sind eine Familie in der  Ordnung  der  Hahnenfußartigen  (Ranunculales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Diese Familie umfasst etwa 62 Gattungen mit etwa 2525 Arten und ist weltweit vertreten, hauptsächlich in den gemäßigten Zonen der nördlichen Erdhalbkugel.

Alle Hahnenfußgewächse enthalten Protoanemonin und sind daher für Tiere giftig.

Als Gewürzpflanzen sind nur drei wirklich maßgebend. Diese sind Schwarzkümmel, Scharbockskraut und Gelbwurz oder Curcuma

Beschreibung

Die Vertreter der Familie der Hahnenfußgewächse weisen innerhalb der Bedecktsamer sehr ursprüngliche Merkmale auf. Typische Merkmale hierfür sind die hohe und unbestimmte Zahl der Blütenorgane, deren häufige schraubige Stellung, die chorikarpen Fruchtknoten sowie Übergänge zwischen den Organen. So kann die Funktion des Kelchs als Schutz im Knospenstadium von Hochblättern dicht unter dem Perigon übernommen werden (z. B. Hepatica). Andererseits kann diese Funktion auch von petaloiden Nektarblättern übernommen werden, die sich zuerst von Staubblättern in Nektarblätter umwandelten und dann kronblattähnlich wurden, wie z. B. bei der Gattung Ranunculus.

Habitus und Blätter 

Meistens handelt es sich um krautige Pflanzen, sehr häufig sind es ausdauernde Pflanzen, seltener einjährige; außerdem gibt es verholzende Pflanzen: Halbsträucher, Sträucher (Xanthorhiza) und Lianen (Clematis). Bei manchen Arten werden Rhizome (Beispiel Coptis) als Überdauerungsorgane gebildet.

Die Laubblätter sind in der Regel wechselständig angeordnet. Ausnahme bildet z. B. die Gattung Clematis, bei der die Blattstellung gegenständig ausgeprägt ist. Die Blätter sind oft geteilt beziehungsweise gegliedert. Es sind meist keine Nebenblätter vorhanden. Gelegentlich ist nur ein Keimblatt, aber meist zwei Keimblätter (Kotyledonen) vorhanden, die oft verwachsen sind.

Blütenstände und Blüten

 

Von Pavle Cikovac – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30430947

Die Gattungen im Tribus Thalictroideae zeigen die gesamte Variation der Blütenmorphologie der Hahnenfußgewächse. So fehlen bei Enemion und Thalictrum Kronblätter (Petalen), bei einigen Arten von Thalictrum (T. dioicum) erfüllen auch die Kelchblätter keine Blütenfunktion mehr. Das neuartige Blütenorgan der Staminodien wird nur in Enemion und Aquilegia gefunden. Letztere trägt auch als einzige Gattung der Thalictroideae Nektarsporne.

Die Blüten stehen, oft auf einem Blütenstandsschaft, einzeln oder in zymösen, traubigen oder rispigen Blütenständen zusammen.

Die Blüten sind meistens zwittrig. Während einige Gattungen (Beispiel Eisenhut) zygomorph aufgebaute Blüten haben, weisen die meisten Hahnenfußgewächse einfache radiärsymmetrische Blüten auf, wobei allerdings Fruchtblätter und Staubblätter oft schraubig gestellt sind. Die Blütenhülle besteht, im Gegensatz zu der Überzahl der anderen Taxa der Bedecktsamer, meist nur aus einem Blütenhüllblattkreis. Ausnahme ist z. B. die Gattung Adonis, deren Blütenhülle in Kelch und Krone gegliedert ist.

Die Zahl der Blütenhüllblätter variiert innerhalb der Familie von vier Blütenhüllblättern zum Beispiel bei Waldreben bis zu vielen Blütenhüllblättern zum Beispiel beim Scharbockskraut. Die fünf bis fünfzig freien Blütenhüllblätter stehen in ein oder zwei Kreisen.

Bei vielen Taxa sind Nektarblätter vorhanden, das sind Nektar absondernde Blütenorgane, die sich von den Antheren (Staubblättern) ableiten und kein echtes Kronblatt darstellen. Diese Honigblätter besitzen eine Nektartasche am Grund.

Die Staubblätter und die Fruchtblätter sind meistens in Vielzahl vorhanden. Beide sind häufig schraubig gestellt.Von den 15 bis 100 Staubblättern können alle fertil sein, oder die äußeren sind Staminodien. Die 3 bis 100 Fruchtblätter stehen meist frei (= chorikarp) und sind nur bei wenigen Taxa verwachsen.

Von de:Benutzer:Griensteidl – Strasburger, Noll, Schenck, Schimper: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 4. Auflage, Gustav Fischer, Jena 1900, p. 459, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=852718

Blütendiagramme: A Anemone nemorosa, B Adonis autumnalis, C Aconitum napellus, D Aquilegia vulgaris, E Cimicifuga racemosa

Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten (Entomophilie), selten (bei Thalictrum) auch durch den Wind (Anemophilie).

Früchte

Auch die meisten Früchte der Hahnenfußgewächse zeigen relativ ursprüngliche Merkmale, besonders die Balgfrüchte, oft sind es Sammelbalgfrüchte. Daneben gibt es auch Taxa mit Nüsschen. Einige wenige Taxa bilden Kapselfrüchte oder Beeren.

Inhaltsstoffe 

Wichtige Inhaltsstoffe sind Esteralkaloide, beispielsweise der besonders giftige Stoff Aconitin bei Eisenhut (Aconitum). Auch weitere Alkaloide wie Protoanemonin, Diterpen-Alkaloide, Isochinolin-Alkaloide kommen häufig vor.

Unterfamilie Hydrastidoideae: Kanadische Orangenwurzel (Hydrastis canadensis)

Systematik und Verbreitung  

Die Hahnenfußgewächse sind weltweit verbreitet mit Häufigkeitsschwerpunkten in den gemäßigten, kalt-gemäßigten und borealen Gebieten der Nord- und Südhalbkugel.

Die Familie Ranunculaceae wird in fünf Unterfamilien und elf oder zwölf Triben gegliedert. Nur zwei Unterfamilien enthalten auch Taxa in Mitteleuropa.

Als Gewürzrelevant sind hier nur wenige Arten. Als Beispiel seien 3 genannt. Nähere Beschreibungen gibt es bei den einzelnen Gewürzen. – Viele Arten werden jedoch in der Heilkunde eingesetzt:

Die Familie Ranunculaceae enthält etwa 56 bis 62 Gattungen mit etwa 2525 Arten 

Hier 3 Beispiele:

Tribus Nigelleae Schröd.: Sie enthält zwei bis drei Gattungen:

  1. Schwarzkümmel (Nigella sativa L.): Die etwa 20 Arten sind hauptsächlich im Mittelmeerraum und in Südwestasien verbreitet; einzelne Arten reichen bis Mitteleuropa bzw. nach Zentralasien.
    Pfefferartiger Geschmack – wird im Orient auch als Pfefferersatz genommen

Tribus Ranunculeae DC.: Sie enthält etwa 18 Gattungen mit etwa 650 Arten auf allen Kontinenten. Die meisten Arten sind an gemäßigte und kühle Klimate beziehungsweise größere Höhenlagen angepasst.

  1. Scharbockskraut (Ficaria) Schaeff. (oft in Ranunculus): Die mindestens drei Arten kommen hauptsächlich auf der Nordhalbkugel vor.
    Blätter nur vor der Blüte genießbar – hoher Vitamin C Gehalt

Besonders hervorzuheben ist hier:
Unterfamilie Coptoideae Tamura: Sie enthält nur eine Tribus:
Tribus Coptideae T.Duncan & Keener: Darin enthalten sind zwei Gattungen mit etwa 16 Arten, die in Ostasien und Nordamerika beheimatet sind:

  1. Xanthorhiza Marshall: Sie enthält nur eine Art:
  2. Gelbwurz (Xanthorhiza simplicissima Marshall): Sie verholzt und kommt im warmen bis gemäßigten östlichen Nordamerika vor.
  3. bzw. Indien – Indischer Gelbwurz – Curcuma Xanthorhiza

Artikel mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung (Unbezahlte Werbung)

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Kevin Rissler
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